Institut für Sportdiagnostik

Einführung in die Diagnostik und Steuerung der Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich für Freizeit- und Hochleistungssportler

Während in den 60iger und 70iger Jahren der Hochleistungssportler 3-5x pro Woche, z.B. in den meisten leichtathletischen Disziplinen, trainierte, entspricht dieser Zeitaufwand heute durchaus demjenigen vieler engagierter Freizeit- und Hobbyläufer.

Die Ziele sind sehr oft - auf den Spuren der Cracks - mit klassischen Wettkampforten verknüpft: Marathon in London, Boston und New York oder Triathlon in Roth, Lanzarote oder gar Hawaii unter extremen klimatischen Bedingungen. Zur Vorbereitung dieser sportlichen Unternehmen werden keine Kosten und Mühen gescheut, die Topform in Trainingslagern und unter klimatisch günstigen Bedingungen im südlichen Europa oder gar in Höhentrainingslagern zu entwickeln.

Im Rahmen dieser Aktivitäten treten inzwischen Fragestellungen wie beim Hochleistungssportler auf in Bezug auf die Trainingsgestaltung (Umfang, Intensität, Periodisierung), die Orthopädie, die sportgerechte Ernährung und Kleidung im Wettkampf etc. Zur Lösung dieser Probleme bieten sich sportmedizinische Institute, Universitäten und private Untersuchungszentren an.

Die sportartspezifische Diagnostik der Ausdauer in Verbindung mit der Trainingssteuerung steht im Vordergrund des Interesses: Der Läufer/Triathlet (siehe Marathonartikel) muss auf dem Laufband, besser im Freien auf der Laufbahn, der Radfahrer/Triathlet (siehe Triathlonartikel) auf dem Rennrad im Labor, der Schwimmer/Triathlet im Wasser untersucht werden.

Die Gründe, die für Felduntersuchungen sprechen, sind klar: Nur in der natürlichen, sportartspezifischen Trainingsumgebung erhält der Untersucher präzise Messdaten.

Die Biomechanik, die Bodenbeschaffenheit, der Windwiderstand, die Belastungsdauer etc. beeinflussen den Energiebedarf, beurteilt am sensiblen Laktatverhalten, nachhaltig. Aus Laboruntersuchungen erhaltene Daten müssen daher aufgrund der unspezifischen Gegebenheiten, z.B. durch das Dämpfungsverhalten des Laufbandes oder die kürzere Belastungsdauer, besonders dann korrigiert werden, wenn der untersuchte Sportler genaue Hinweise für seine Trainingssteuerung erhalten möchte.

In der Sportmedizin ist der präziseste Parameter zur Differenzierung der Ausdauerleistungsfähigkeit seit 25 Jahren das Laktatverhalten. Im Feldstufentest (vgl. Spielsportarten wie Fußball) wird zunächst diejenige Lauf- oder Rad- oder Schwimmgeschwindigkeit ermittelt, bei welcher der Sportler eine Laktatkonzentration von 4 mmol/l produziert (aerobe/anaerobe Schwelle).

Im intra- oder interindividuellen Vergleich ist die Ausdauer umso höher, je höher die Lauf oder Radgeschwindigkeit bei 4 Laktat gemessen wird.

Das Grundlagenausdauertraining in seinen verschiedenen vielfältigen Formen, kontinuierliche Dauer- oder Intervallbelastung, findet jedoch differenziert und in Abhängigkeit von der Höhe der aeroben Leistungsfähigkeit auf minimalen Laktatkonzentrationen statt (vgl. Triathlon-Artikel: Abbildung 4). Wichtige theoretische und trainingsmethodische Zusammenhänge hierzu haben wir in unseren Publikationen dargestellt.

Entscheidend für den Freizeit- oder Hochleistungssportler ist jedoch vor allem:

  1. Wir ermitteln, z.B. für den Läufer, diejenigen Laufgeschwindigkeiten und stoffwechselgeeichten Herzfrequenzen, die im Training zu deutlich aeroben Leistungsverbesserungen führen, und
  2. Prognostizieren wir mit einer Streuung von ±3 min. die mögliche Marathonleistung. Die exakte, im sicheren individuellen Fettstoffwechselbereich berechnete Laufgeschwindigkeit hilft entscheidend Über- oder Unterforderung im Wettkampf zu vermeiden und das gesteckte Ziel unter ausreichender Kohlenhydratversorgung zu erreichen.

Zusätzlich sehen wir im Test Ihren Laufstil bei 3-5 verschiedenen Laufgeschwindigkeiten und diagnostizieren mögliche Fehlstellungen unter präventiven, orthopädischen Gesichtspunkten. Die individuelle Trainingsplanerstellung auf der Basis Ihres Zeitbudgets ist Bestandteil jeder Ergebnisberichterstattung.