Institut für Sportdiagnostik

Was ist Laktat?

Wenn während einer intensiven Ausdauerbelastung der über die Atmung aufgenommene Sauerstoff nicht ganz ausreicht, um den im Muskel benötigten Energiebedarf (ATP, energiereiche Phosphate) zur Muskelkontraktion zu decken, entsteht das saure Stoffwechselprodukt Laktat.

Laktat ist das Endprodukt des anaeroben laktaziden Stoffwechsels und der beste Indikator für die objektive Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit. Bei steigender Belastung nimmt die Laktatbildung und -elimination (-beseitigung, Verstoffwechslung) zu; dabei wird irgendwann eine Intensität erreicht, bei der die Bildung gerade noch der Elimination entspricht.

Diesen Bereich von 4 mmol/l Laktat bezeichnet die Sportmedizin als:

  • maximales Laktat Steady State (maxlass),
  • aerobe/anaerobe Schwelle oder
  • Fettstoffwechselgrenze,

die im Cardio-/Fettstoffwechseltraining nicht überschritten werden darf. Der Schwerpunkt des Ausdauertrainings mit mittlerer und hoher Belastungsdauer für die verschiedenen Cardiogeräte oder Kurse findet jedoch bei deutlich niedrigeren Laktatkonzentrationen statt, die von unserer Software FitnessPro auf der Basis aktueller Untersuchungsdaten berechnet werden.

Der untrainierte Kunde im Fitnesscenter trainiert ebenso im optimal eingestellten Fettstoffwechselbereich wie der Hochleistungssportler.

Warum müssen wir mit Laktat arbeiten?

Die gängigen Eingangstestverfahren im Fitness- und Rehabereich mit dem Ziel der Beurteilung und Steuerung der Ausdauerleistungsfähigkeit beruhen auf der Ermittlung der Herzfrequenz unter Belastung. Mit verschiedenen rechnerischen Verfahren und Faustformeln wird versucht, auf den gesundheitlich wertvollen aeroben Trainingsbereich zu schließen.

All diese Verfahren sind jedoch fehlerhaft, da die Dynamik der Herzfrequenz primär von der Genetik und der Änderung des Energiebedarfs im Muskel (eben dem Laktatverhalten) beeinflusst wird. Mit keinem Testverfahren, welches nur die Herzfrequenz in Beziehung zur Leistung setzt, kann man diesen Bereich ermitteln, auch wenn es u.a. die Firmen in ihrer Werbung vorgaukeln.

Kein Hochleistungssportler würde sich einem unwissenschaftlichen „Nur-Herzfrequenz-Testverfahren“ unterziehen, um seine Leistungsentwicklung zu vergleichen oder seine Trainingssteuerung zu optimieren. Die Hochleistungssportler in den verschiedenen Ausdauersportarten bedienen sich vielmehr weltweit seit rund 25 Jahren der wissenschaftlich abgesicherten Leistungsdiagnostik um ihre Ziele zu erreichen.

Nur mit Hilfe der Blutlaktatkonzentration bei körperlicher Belastung kann man auf die individuelle Stoffwechselsituation schliessen. Und dies ist ganz wichtig, weil für milde aerobe Trainingsbelastungen mit dem Ziel, Kalorien in Form von Fetten zu verlieren und/oder positive Anpassungserscheinungen auszulösen, ganz bestimmte individuelle Laktatkonzentrationen einzuhalten sind.

Die Höhe der Blutlaktatkonzentration entscheidet u.a. darüber, ob mehr Fette oder Kohlenhydrate für eine gegebene Trainingsbelastung verbraucht werden und wie hoch die Herzfrequenz für das Cardio-/Fettstoffwechseltraining oder andere Trainingsziele liegt.

Das Ausdauertraining nimmt aufgrund seiner gesundheitlich überragenden Stellung einen immer breiteren Rahmen im Fittness- und Rahacenter ein:

Es gilt das Herzinfarktrisiko zu vermindern, die Qualität des Fettstoffwechsels und des immer höher belasteten Immunsystems zu verbessern, den zu hohen Blutdruck, oft in Verbindung mit Übergewicht, zu reduzieren und den berufsinduzierten Stress durch eine trainingsbedingte Vagotonie (beruhigende, ausgleichende, HF-absenkende Situation) abzufedern und sich allgmein „besser zu fühlen“.

In mehrjähriger Forschungsarbeit entwickelte das Institut für Sportdiagnostik eine Software namens FitnessPro. Mit deren Hilfe können auf Basis der Untersuchungsdaten aus einem 15-minütigen Radstufentest alle gängigen Ausdauergeräte, inkl. Spinning, Fatburner und Aerobic mit der laktatgeeichten Herzfrequenz trainiert werden.